Hoster, Registrar und Provider – wer macht eigentlich was?

Wer selber eine Webseite unterhält oder eine neue Webpräsenz aufbaut, sieht sich mit einigen Fachbegriffen konfrontiert: Provider, Hoster, Registrar, DNS, FTP, Server, Datenbank, und wie sie alle heissen. Ich stelle immer wieder fest, dass viele Webseitenbetreiber in diesem Dickicht an Begriffen schnell den Überblick verlieren. Mit diesem Blogpost schaffe ich Abhilfe und bringe Licht ins Dunkel!

Am einfachsten ist wohl die Aufgabe des Providers zu erklären: Der Provider ist der Internetdienstanbieter, der die Internetverbindung sicherstellt. Das sind unter anderem bekannte Anbieter wie die Swisscom, Cablecom, Sunrise und Quickline. Der Provider hat somit keinen direkten Einfluss auf eine Webseite. Er stellt vielmehr die Verbindung vom Hoster zum Besucher her.

Viel wichtiger ist hier die Rolle des Hosters. Dieser stellt die Server zur Verfügung, auf welchen die Webseite gespeichert wird. Er ist dafür verantwortlich, dass die Daten gesichert sind, ein stetiger Zugang zur Webseite sichergestellt ist und wichtige Tools wie Datenbanken, PHP, diverse Content Management Systeme (CMS) und vieles mehr zur Verfügung steht.

Gerade der Registrar war in jüngster Vergangenheit oft ein Thema. Er ist dafür verantwortlich, dass eine Webseite mittels eines Domainnamens gefunden wird. Bei ihm wird eine Domain registriert. Er macht danach die Verbindung zum Hoster mittels eines DNS-Eintrags (Eintrag im Domain Name System). Bisher war in der Schweiz «Switch» der Hauptregistrar für .ch- und .li-Adressen. Im Frühjahr dieses Jahres stellt Switch seine Dienste als Registrar aufgrund eines Entscheids des BAKOM ein. Nun können Hoster gleichzeitig auch die Rolle des Registrars übernehmen. Will heissen: Zwei Dienste, eine Rechnung.

Verbindung zwischen Provider, Registrar und Hoster

Spannend ist nicht nur die einzelne Rolle dieser drei Komponenten, sondern vor allem auch deren Verbindung untereinander. Diese kann anhand eines einfachen Beispiels aufgezeigt werden:

Nehmen wir an, Sie geben in Ihrem Browser eine Internetadresse, z.B. www.weloveyou.ch, ein. Nun wird über die Leitungen des Providers zuerst beim Registrar abgefragt, wo sich die Daten für diese Webseite befinden. Mittels der DNS-Einträge (Domain Name System), die auf den gewählten Hoster verweisen, werden die Daten vom Hoster im Browser des Besuchers angezeigt. Der Registrar stellt nur die Weichen zum richtigen Hoster, dieser leitet die Anfrage auf seine Server zur richtigen Webseite und liefert die Daten zurück an den Besucher.

Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

Einige Begriffe habe ich im Blogartikel bereits erwähnt. Hier deren genaue Bedeutung:

Hosting: Ist die Dienstleistung eines Hosters. Meistens wird eine gewisse Menge an Speicherplatz, Domains, Datenbanken und Emails gegen eine monatliche Gebühr angeboten.

Domain: Eine Domain ist nichts anderes als die URL, die Sie zum Erreichen einer Webseite eintippen, also z.B. www.weloveyou.ch.
Spannend: Eine Domain bedarf nicht automatisch der Vorstellung von «www», es ist durchaus möglich, eine Umleitung ohne «www» zu realisieren.

Umleitung: Nicht jede Domain zeigt direkt Daten an. Einige verweisen auch nur auf eine andere Domain. Auch das Weiterführen von weloveyou.ch auf www.weloveyou.ch ist eine Umleitung.

DNS (Domain Name System): Führt von der eingegebenen Domain zum richtigen Hoster. Der DNS-Eintrag wird vom Hoster mitgeteilt und muss, sofern der Hoster nicht auch gleichzeitig der Registrar ist, beim Registrar eingetragen werden.

FTP (File Transfer Protocol): Einfach erklärt können Sie per FTP-Verbindung Daten auf einen Server laden. Oft werden dazu sogenannte FTP-Programme verwendet, mit welchen ein Up- oder Download per Drag & Drop einfach durchzuführen ist. Um eine solche Verbindung zum Server herzustellen, werden meistens drei Angaben benötigt: Server, Benutzername und Passwort. Diese erhalten Sie von Ihrem Hoster.

Server: Ein Computer eines Hosters mit spezieller Software, auf welchem die Webseite gespeichert ist. Per FTP kann eine Verbindung zu dem zugewiesenen Platz auf dem Server hergestellt werden.

Datenbank: Viele Webseiten greifen auf eine Datenbank zurück, welche die Daten verwaltet. Die Datenbank wird ebenfalls vom Hoster zur Verfügung gestellt und kann über die Angabe von Benutzername und Passwort erreicht werden. Für eine Verbindung von einer Webseite zur Datenbank werden folgende Angaben benötigt: Datenbank-Name, Datenbank-Benutzer, Passwort und Datenbank-Host.

CMS (Content Management System): Ein System zur Verwaltung von Webseiten. Hier können Inhalte, Menüs, Design und andere Bereiche einer Webseite oft ohne Programmierkenntnisse verwaltet werden. Bekannte CMS sind: WordPress, Typo3, Joomla, Magento, Drupal.

Sodeli, das wärs auch schon. Haben Sie noch weitere Fragen, dürfen Sie diese gerne als Kommentar loswerden.